50 Jahre “Bonanza” – 40 Jahre “Keine Macht für niemand”

In der Berliner Zeitung stand am 11. September 2012 ein hübscher Artikel (http://www NULL.berliner-zeitung NULL.de/panorama/kult-serie-50-jahre-bonanza,10808334,17218424 NULL.html) zum 50-jährigen Jubiläum der ersten Ausstrahlung von Bonanza. Ich wundere mich, dass noch niemand die Serie zum Kultobjekt der Schwulenbewegung ausgerufen hat. Vier Männer, keine Frau und ein Koch, das ist schon verdammt merkwürdig. Bei Donald und den drei Neffen gibt es ja wenigstens noch Daisy im Hintergrund. Nicht das Schaf, die Erpelette. In der sehenswerten Dokumentation The Celluloid Closet (http://en NULL.wikipedia NULL.org/wiki/The_Celluloid_Closet) (1995) von Rob Epstein und Jeffreey Friedman über Schwule und Lesben in Hollywood gibt es einen Filmclip, in dem Montgomery Clift(?) und noch ein Schauspieler(???) ihre Colts (Schwänze) eingehend vergleichen. Völlig unvorstellbar, dass Michael Landon und Lorne Greene…Dan Blocker als der geistige Großvater von Heath Ledger…Winnetou und Old Shatterhand sind ja auch ein Liebespaar.

Dan Blocker, der der Serie als Hoss von Anfang an ihr Gesicht gab, starb 1972 an einer Lungenembolie. Im gleichen Jahr brachten Bau, Steine, Erden Ton, Steine, Scherben ihre legendäre Platte heraus. Dazu gibt es jetzt in der Browse-Galerie in der Kreuzberger Marheinekehalle eine Ausstellung, unter anderen mit Fotos aus der WG-Zeit am Landwehrkanal. Der Beitrag im Tagesspiegel (http://www NULL.tagesspiegel NULL.de/kultur/ton-steine-scherben-tante-titti-und-das-rauch-haus/7061128 NULL.html) beschwört mal wieder die Verbürgerlichung durch Historisierung und Kanonisierung, es gebe jetzt sogar schon eine Rio-Reiser-Straße. Na, da hört sich doch alles auf. Seit Mozarts Zeiten hat es sich bewährt, dass revolutionäre Musiker anonym im Armengrab verscharrt werden. Bitte keinen Personenkult. Ist doch mal eine nette Abwechslung, dass man Straßen nach Linken benennt, die ihr Leben ausleben durften und nicht im KZ ermordet wurden oder in der Badewanne ertranken.

Weitere Kandidaten für Jubiläen der Pop und Alltagskultur wären ferner: 1952 -60 Jahre Wir werden das Kind schon schaukeln mit Heinz Rühmann oder John Steinbecks Jenseits von Eden. Man stelle sich vor, Rühmann hätte die Rolle anstelle von James Dean bekommen. 1962 WM Chile – 50 Jahre Juskowiak. Und im Oktober geht’s wieder gegen Schweden. 1972 – 40 Jahre Erste Folge von Raumschiff Enterprise im westdeutschen TV oder Gründung der Universität Tromsø (unendliche Weiten). 1982 – 30 Jahre Ein bißchen Frieden von und mit Nicole. 1992 – Gründung des Wu Tang Clan.

Die Erkennungsmelodie (http://www NULL.youtube NULL.com/watch?v=mjdRgBAY278) von Bonanza ist auch bei Youtube zu finden. Everett Sloane, der am Ende kurz zu sehen ist, spielte immerhin in Citizen Kane mit, wie auch Robert Altman bei einigen Folgen von Bonanza Regie geführt hat. Die Stadt, die auf der Karte in Flammen aufgeht, heißt Virginia City. Aufgrund der anmutigen Landschaft (See, Nadelgehölz, Wiesen) tippe ich eher auf Montana denn auf Nevada. Aber wahrscheinlich gibt es längstg drei Dissertationen zu den Außenaufnahmen bei Bonanza. Mein Lieblingsstück auf Keine Macht für Niemand ist der Paul Panzer Blues (http://www NULL.youtube NULL.com/watch?v=HtZIZmmU2XQ). Wie Bukowski, bloß zum Mitsingen.

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