Medien
Stimmen zu Kleine Biester (2011)
Tobias Gohlis (Arte): Alefs satirisches Verfahren der sanften positiven Übertreibung des Vorhandenen treibt besonders herrliche Blüten in der Figur des katholischen Priesters Sutter von St. Hypokrit (!). Dieser Seelsorger, der für seine Jungenschar in der Nähe des Siegerparks eine kirchliche Sauna betreibt, fordert als Mitglied der gymnasialen Aufnahmekommission (die Kirche ist in jeder Kommission vertreten), „dass jedes Kind in Zukunft ein Attest über das Nichtvorliegen von Geschlechtskrankheiten vorzulegen hat, zumindest die Jungen.“ Kurz, „Kleine Biester“ ist eine herrliche Satire auf die gnadenlose Egozentrik entfesselter Leistungsorientierung. Zu einem großen, großartigen Buch wird es durch das unaufdringlich, doch deutlich anklingende Mitleid mit den vereinsamten, von ihren Eltern allein in den Daseinskampf gehetzten Kindern. Die Kinder sind die einzigen Hoffnungsträger dieser gnadenlosen Abrechung mit der Schwarzen Pädagogik. – Arte, 15.12.2011. Mehr (http://www NULL.arte NULL.tv/de/498362 NULL.html)
Jürgen Priester (Krimi-Couch.de): Die Suche nach der verschwunden Anna führt die Ermittler in eine labyrinthische Welt unter der Oberfläche Berlins. Ein versunkener Friedhof, ungenutzte U-Bahnschächte, Fluchttunnel und die Ruinen eines fast vergessenen Dorfes bieten die Kulissen für ein Horrorszenario schlechthin. Und in der Tat scheint hier eine Kreatur zu hausen, die Spuren in Form von Pfützen organischer Säure und ausgesaugten Rattenkadavern hinterlässt. Man fühlt sich an Stephen King zu seinen besten Zeiten erinnert. – Krimi-Couch.de, Dezember 2011. Mehr (http://www NULL.krimi-couch NULL.de/krimis/rob-alef-kleine-biester NULL.html)
Thomas Wörtche (Deutschlandradio Kultur): Die Welt ist gewalttätig, irrwitzig und komisch. Wie sehr, davon erzählt “Kleine Biester”, der dritte Kriminalroman von Rob Alef. Ein kühnes Buch! Denn in Rob Alefs Geschichte werden Kinder ermordet. Nicht von einem genre-üblichen devianten Serienkiller, sondern mit Gründen. Die Grundschüler stehen nämlich auf der Warteliste eines prestigeträchtigen Berliner Gymnasiums mit Karriereperspektive. Durch ihren Tod erhöhen sich die Chancen der schlechter positionierten Kandidaten. Dass elterlicher Ehrgeiz grenzenlos sein kann, ist eine realitätstüchtige Annahme, die Rob Alef durch ein paar riskante, aber sehr gelungene Manöver als Satire mit Mord und Horror inszeniert. – Deutschlandradio Kultur, 23.11.2011. Mehr (http://www NULL.dradio NULL.de/dkultur/sendungen/kritik/1611083/)
Regula Venske (Die Zeit): Finanzkrise und Pisa-Schock, Schulmassaker und Leistungsdruck: Mit überbordender Fantasie entzündet Rob Alef ein Feuerwerk witziger und aberwitziger Einfälle und Formulierungen bei dem die Krimihandlung – trotz zunehmendem Cross-over ins Horrorfach – nicht auf der Strecke bleibt. [...] Wie “The Dorfner” bei einer simulierten Geiselnahme eine ganze Schulklasse einschüchtert und deren Raum demoliert, ist hinreißend komisch erzählt; die Szene gehört ab sofort – neben der gescheiterten Terroristenfestnahme in Sjöwall/Walöös Verschlossen und verriegelt und der misslungenen Tonbandaufzeichnung eines Verhörs in Håkan Nessers Die Einsamen – in den Kanon der drei besten Polizeiroman-Slapstickszenen. – Die Zeit, 3. November 2011
Stimmen zu Das magische Jahr (2008)
Hessischer Rundfunk: Im Stil eines Matt Ruff oder Tom Robbins vermischt Rob Alef gekonnt Realsozialismus mit surrealen Fantasiegebilden und setzt für Beatles-Kenner noch ein Schmankerl drauf, indem er die ganze Erzählung mit mehr oder weniger versteckten Songzitaten schmückt. Liebevoll und mit viel hintersinnigem Humor erzählt er eine andere Geschichte der 68er, in der die Revolution nach dem Sieg gegen die Bullen in der legendären Schlacht um das Tegeler Vlies (einem Rheumafell aus einem Polizeikäfer) erfolgreich war, in der aber die postrevolutionäre Welt der unseren erstaunlich ähnlich ist… – 5. September 2008
Boylevard.de: Ein Krimi hat vor allem spannend zu sein, und spannend ist »Das magische Jahr« – bis zur letzten Seite. Darüber hinaus zeichnet sich das Buch durch viele originelle Ideen aus. [mehr (http://www NULL.tcboyle NULL.de/wordpress/?p=213)] – 31. August 2008
Tobias Gohlis (Die Zeit): Was wäre, wenn die Studentenrevolte von 1968 Erfolg gehabt hätte? Dann wäre sie eine Revolution geworden mit allem Drum und Dran: mit Staatsverfassung, Museum und Revolutionsfeiertag. Diese nahe liegende Idee spielt Rob Alef in seinem witzigen Krimi Das magische Jahr amüsant und spannend durch. Ernsthafter und fröhlicher ist die magische 68er-Epoche bisher kaum durch den Kakao gezogen worden. [mehr (http://www NULL.zeit NULL.de/2008/23/KA-Kolumne)] – 29. Mai 2008
Brigitte: Eigentlich arbeitet Rob Alef als Rechtshistoriker in Berlin, nebenher schreibt der 43- Jährige für Satiremagazine. Diesen Nebenerwerb merkt man seinem Buch an, er hat schon ein paar seltsame bis absurde Ideen in Das magische Jahr gepackt: Es schneit im Juni in Berlin, die handelnden Personen tragen komische Namen wie Prometheus oder Quetzalcoatl, ein Kasperltheaterstück klingt wie das kommunistische Manifest – ziemlich albern, muss man auch nicht mögen. Die Krimihandlung allerdings ist richtig gut: Prometheus Praumann, ein Promi der 68er-Bewegung und enger Vertrauter des damaligen Revolutionsführers Richard Dubinski, wird bestialisch ermordet. Hauptkommissar Pachulke kann sich überhaupt keinen Reim darauf machen. Bis er einen Faden aufnimmt, der ihn vierzig Jahre zurückführt, in das Berlin studentischer Straßenschlachten. Und dann stirbt der nächste Ex-Revolutionär… 19. Mai 2008
Berlin-ist.de: Und Alefs Spagat funktioniert tatsächlich: Es macht Spaß, hier und da über lustige Einfälle (der nette kleine Puff etwa in der fahrenden Straßenbahn) zu stolpern, und die Spannung – was sucht der Kerl bloß, der alte Freunde mit einem merkwürdigen Instrument erschlägt? – hält an bis zur wahrhaft verblüffenden Lösung, die ein ganz neues Licht wirft auf Richard Dubinski alias Rudi Dutschke…[mehr (http://www NULL.berlin-ist NULL.de/index NULL.php/berlin-ist-kriminell-satirisch-rob-alef-das-magische-jahr/)] – 30. März 2008
Radio Eins: Gespräch mit Marion Brasch, 8:33 Minuten. Link zum Audio (http://www NULL.radioeins NULL.de/archiv/buecher/2008/023 NULL.html). – 24. Februar 2008.
Stimmen zu Bang Bang stirbt (2005)
Jess Jochimsen (Badische Zeitung): Rob Alef, in Berlin lebender Historiker und taz-Kolumnist, liefert mit seinem Romandebüt eine teils gnadenlos alberne, teils brillant-komische Parodie auf die herrschenden Zustände in der Republik. …Allein für die Chuzpe, den „11.9.“,mitsamt seinem Schrecken, in den Stand der Komik zu erheben, und zwar nicht als schalen Zynismus, sondern als satirisches Motiv, gebührt dem Autor ein Orden. – 11. Oktober 2005
X-Zine.de: Brillant geschrieben und überzeugend bis ins abstruseste Detail führt Bang Bang stirbt in ein haarsträubendes Berlin, das mit ausgefeilten Spitzfindigkeiten, echten Typen von nebenan und zynisch überspannten Visionen die Gegenwart ebenso seziert und zitiert wie eine völlig normale (?) Zukunft anvisiert. [mehr (http://www NULL.x-zine NULL.de/krimi/xzine_rezi NULL.id_5652 NULL.back_autoren NULL.field_Autor NULL.sort_Autor NULL.doseek_true NULL.exact_true NULL.seek_Alef,%20Rob NULL.htm)] – 2005
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